Auf zum nächsten Abenteuer

Es waren turbulente Tage seit unserer Ankunft aus Asien. Wir wurden mit offenen Armen von unseren Familien empfangen und haben gleich unsere Quartier bei ihnen aufgeschlagen. Wir haben mit ihnen gegessen, getrunken, gelacht und natürlich gab es viele kleine und grosse Geschichten zu erzählen. Nebenbei lief die Waschmachine ununterbrochen. Langsam begann sich der mitgebrachte, asiatische Duft zu verziehen, während wir uns wieder an lange Hosen und geschlossene Schuhe gewöhnten.

Die Zeit verflog schnell. Bald war die Apotheke aufgefüllt, waren die Kleider sortiert und gefaltet, war unser VW-Bus gepackt und aufgetankt, und die letzten Anzeichen des Jetlags verflogen. Wir drückten unsere Eltern, Grosseltern, Geschwister, Neffen und Cousins ein letztes Mal und versuchten einwenig Schlaf zu finden.

Als der Wecker mitten in der Nacht klingelte, wischten wir uns bestmöglich die Müdigkeit aus den Augen, schlichen zum Auto und fuhren los gegen Westen. Die Fahrt quer durch die ruhende Schweiz schien endlos lang, auch weil wir das kitzelnde Reisefieber noch vermissten. Doch als wir die Grenze zu Frankreich mit den ersten Sonnenstrahlen überquerten begannen unsere Augen zu leuchten. Mit der frischen Morgenluft erwachte die Abenteuerlust und auf unseren Gesichtern machte sich ein befriedigtes Grinsen breit.

Wir sind ohne Ziel losgefahren, getragen einzig von der Idee baldmöglichst die salzige Luft des Mittelmeeres zu Atmen. Langsam liessen wir die Alpen hinter uns, zogen an den Ausläufern der Cevennen vorbei und begannen schliesslich dem Mittelmeer Richtung Süden zu folgen. Bald begrüssten uns die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen, während sich die Strasse zur Spanischen Grenze hochzuschlängeln begann. Wir begannen die Karte hervorzukramen und versuchten einen netten kleinen Ort mit Zeltplatz am Meer zu finden. Schliesslich brachten wir unseren Bus in Calella de Palafrugell zum stehen.